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Die Nummer, die hilft - 116117

116 117 – die Nummer, die hilft

Ärztlicher Bereitschaftsdienst bekommt einheitliche Rufnummer. Ob in Potsdam, auf Rügen oder im Bayerischen Wald: Ab März (Achtung: Starttermin ins Frühjahr 2012 verschoben) können Patienten den ärztlichen Bereitschaftsdienst deutschlandweit unter der Telefonnummer 116 117 erreichen. Andreas Graumann informiert.

116 117 – Unter dieser bundesweit einheitlichen Rufnummer ist der ärztliche Bereitschaftsdienst ab März erreichbar. Ob in Bayern oder an der Ostsee: Nerviges Suchen nach der jeweiligen Nummer hat damit ein Ende.

Starke Bauchschmerzen in der Nacht, hohes Fieber am Wochenende: Wer außerhalb der Praxissprechzeiten medizinische Hilfe benötigt, kann den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) anrufen. In der Realität ist das aber nicht immer so einfach.

„In den einzelnen Bundesländern gibt es für den Bereitschaftsdienst annähernd tausend verschiedene Telefonnummern, die sich teilweise täglich ändern“, erklärt KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Köhler. Allerdings ist diese Hürde bald überwunden: „Ab März gibt es mit der 116 117 eine bundesweit einheitliche Rufnummer“, verspricht Köhler. (Der Termin wurde verschoben. Die Nummer startet aber noch in diesem Frühjahr)

Ein großer Vorteil für die Bürger, ein Erfolg für KBV und KVen. Denn sie haben vor rund fünf Jahren die Initiative ergriffen und sich bei der Europäischen Kommission für die neue Nummer stark gemacht. 

Vorbild für Europa

Zum Hintergrund: 2007 entschied die Kommission, dass in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) die mit 116 beginnenden nationalen Rufnummern ausschließlich für „harmonisierte (Telefon-)Dienste mit sozialem Wert“ genutzt werden dürften. Daraufhin brachten die KBV und die KV Brandenburg die 116 117 als einheitliche Bereitschaftsdienstnummer ins Spiel und suchten Befürworter. Denn um die Zustimmung der EU-Kommission zu erhalten, war es wichtig, fünf Staaten zu gewinnen, die die Einführung des Projektes unterstützten.

Dies gelang, so dass auf Initiative der KV Brandenburg im November 2009 die Nummer 116 117 europaweit für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert werden konnte. Die Zuteilung der neuen Nummer an die KBV erfolgte im Juni 2010 durch die für Deutschland zuständige Bundesnetzagentur. Damit ist Deutschland das erste Land, in dem die 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst zum Einsatz kommt.

116 117 verbindet

Im März dieses Jahres (Achtung: Termin ins Frühjahr verschoben) ist es soweit: Patienten, die außerhalb der Praxissprechzeiten auf ärztliche Hilfe angewiesen sind, wählen einfach die 116 117. Während sie eine automatische Stimme begrüßt, wird ihr Anruf anhand der Vorwahlnummer an den jeweils zuständigen Bereitschaftsdienst weitergeleitet. Dieser Vorgang läuft automatisch in nur wenigen Sekunden ab – und vom Anrufer unbemerkt.

Ist keine direkte Zuordnung möglich, wird der Patient mit einem Service-Center verbunden. Dort bittet ihn ein Mitarbeiter, seine Adresse zu nennen, und stellt ihn dann an den Bereitschaftsdienst in seiner Nähe durch. Die Mitarbeiter sind medizinisch geschult und können erkennen, ob ein Notfall vorliegt, um gegebenenfalls den Rettungsdienst zu informieren.

Wichtig: Auch nach Einführung der 116 117 bleiben alle örtlichen Bereitschaftsdienstnummern erst einmal bestehen. Wer also die Rufnummer seines Bereitschaftsarztes vor Ort kennt, kann diesen auch in Zukunft darunter erreichen.

Auch nachts und an Feiertagen

Etwa 148.000 niedergelassene Vertragsärzte und -psychotherapeuten kümmern sich in Deutschland um die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung. Den Bereitschaftsdienst leisten sie zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit in der Praxis und stehen damit auch außerhalb ihrer Sprechzeiten, zum Beispiel nachts, an Wochenenden und an Feiertagen, den Patienten zur Verfügung.

Nicht mit Notruf zu verwechseln

Jedes Jahr nehmen rund 3,9 Millionen Menschen den Bereitschaftsdienst der KVen in Anspruch. Allerdings darf der Bereitschaftsdienst nicht mit dem Notruf verwechselt werden. Denn bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Situationen, etwa bei Herzinfarkt oder Ohnmacht, ist die 116117 die falsche Anlaufstelle. Stattdessen müssen Patienten die 112 wählen.

Eines haben beide Rufnummern jedoch gemeinsam: Sie sind kostenlos und garantieren schnelle ärztliche Hilfe.

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Freitag, 15. Dezember 2017

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